Förderung für das Bildungszentrum Ausbildung

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Mit Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages haben junge Migranten und Migrantinnen viel erreicht. Leider brechen aber gerade im ersten Jahr der Ausbildung viele Jugendliche ihre Lehre vorzeitig ab, vor allem wegen schulischer Defizite und interkultureller Differenzen im Ausbildungsbetrieb.

Das Projekt „Bildungszentrum Ausbildung“ des Vereins „AKA – Aktiv für interKulturellen Austausch“ unterstützt Auszubildende mit Migrationshintergrund aber auch die Ausbildungsbetriebe, um einen erfolgreichen Start in die Lehre zu ermöglichen. Die SWM Bildungsstiftung fördert das Projekt für rund 00 Auszubildende über zwei Jahre mit insgesamt 100.000 Euro.

Viele junge Menschen, deren Wurzeln nicht in Deutschland liegen, finden einen passenden Ausbildungsplatz. Aber dann passiert es – noch im ersten Jahr beenden viele ihre Lehre vorzeitig. Die Gründe dafür sind vielfältig: An der Berufsschule machen sich Defizite in Deutsch und Mathematik bemerkbar, ebenso fehlender Englischunterricht, es gibt kommunikative und sprachliche Hürden im Betrieb oder kulturelle Probleme mit den formalen Anforderungen an die Ausbildung. Das lässt Jugendliche, aber auch Ausbildungsbetriebe verunsichert zurück. Deshalb ist es das Ziel des Projekts „Bildungszentrum Ausbildung“, junge Menschen mit Migrationshintergrund in der ersten Phase der Ausbildung zu begleiten und Ausbildungsbetriebe aktiv zu unterstützen, um einen vorzeitigen Abbruch der Lehre zu verhindern.

Viele junge Migrantinnen und Migranten haben bis zu ihrem Eintritt in die Berufsschule keinen herkömmlichen Deutschunterricht gehabt, sondern wurden in „Deutsch als Fremdsprache“ unterrichtet. An der Berufsschule sind sie erstmals mit einem Unterricht konfrontiert, der für in Deutschland Aufgewachsene konzipiert wurde. Oft ist das Sprachniveau nicht ausreichend, um hier zumindest ausreichende Leistungen zu erzielen.

Das Erlernen der neuen Sprache Deutsch, worauf in Schulen und Projekten zu Recht ein besonderes Gewicht gelegt wird, fordert die jungen Menschen sehr. Das führt oft dazu, dass andere Fächer, wie Mathematik, vernachlässigt werden. So entstehen Defizite, die an der Berufsschule nicht mehr ausgeglichen werden können. Jugendliche mit Migrationshintergrund erleben die Berufsschule zudem als ersten Lernort, an dem sie gemeinsam mit hier Aufgewachsenen unterrichtet werden. Zuvor haben sie in der Regel immer Unterstützung erlebt. Dies kann die Berufsschule nicht leisten. Deshalb scheitern viele junge Menschen an diesem Punkt. Unmittelbarkeit und Direktheit von Dialekt und Alltagssprache führt zusätzlich zu Irritationen. Dies betrifft insbesondere Auszubildende in klassischen Industrie- und Handwerksberufen.

Und auch, dass Ausbildung und Beschäftigung in den Herkunftsländern der Jugendlichen mit weniger verbindlichen Regeln als das Schulwesen behaftet sind, macht die Anpassung schwieriger.

Begleiten und Probleme gemeinsam lösen

Das Projekt des AKA e.V. setzt deshalb an verschiedenen Stellen an: So begleiten Ansprechpartner und interkulturelle Übersetzer den Beginn des Ausbildungsverhältnisses begleiten und Probleme rechtzeitig lösen helfen. In kleinen Gruppen werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt gefördert, um in der Berufsschule mithalten zu können. Diese Gruppen sind durchlässig: Braucht ein Azubi die Förderung nicht mehr, kann ein anderer einsteigen. Das wöchentlich stattfindende Azubi-Café gibt ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, im geschützten Raum Erfahrungen auszutauschen.

In enger Zusammenarbeit mit anderen Stellen, wie etwa der Landeshauptstadt und den Handwerkskammern, sowie mit Schulen und Betrieben kann vieles geklärt und notwendiger Handlungsbedarf rechtzeitig erkannt werden.

Foto v.l. Martin Janke, Geschäftsführer der SWM Bildungsstiftung, die Projektmitarbeiterinnen Gabi Lange und Jelena Eggerstorfer sowie Ufuk Keser, stv. Geschäftsführer des AKA e.V.

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