Freies Wahlrecht gilt auch für Türkeistämmige Deutsche

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Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) kritisiert die Einmischung der türkischen Regierung in den deutschen Bundestagswahlkampf. Mit der Diffamierung demokratischer Parteien als „Feinde der Türkei“ und dem Versuch, Türkeistämmige Wähler*innen von einer freien Stimmabgabe abzuhalten, betreibe der türkische Präsident Propaganda für seine eigenen Zwecke, erklärt Atila Karabörklü, Bundesvorsitzender der TGD. „Wenn Türkeistämmige in Deutschland und die Türkei gegenüber Europa immer weiter in die Isolation gedrängt werden, dient dies einzig und allein Erdogans Machtpolitik“, so Karabörklü. Die aktuelle Zunahme von Ressentiments gegen Menschen mit türkischer Herkunft, die auch in populistischen Äußerungen deutscher Politiker*innen zum Ausdruck komme, nütze dabei Erdogans Strategie und stärke seinen Einfluss.

TGD-Ko-Vorsitzender Gökay Sofuoğlu betont, dass das freie Wahlrecht in Deutschland selbstverständlich auch für Türkeistämmige Wähler*innen gelte. „Als mündige Bürger*innen dieses Landes können wir selbstbestimmt entscheiden und verwahren uns gegen jegliche Bevormundung und Instrumentalisierung.“ Nach wie vor gebe es gravierende Probleme, mit denen Türkeistämmige Menschen in Deutschland zu kämpfen haben, wie Rassismus und Diskriminierung bei der Wohnungssuche, in der Schule oder auf dem Arbeitsmarkt. Diese aber, so Sofuoğlu weiter, würde nicht Erdogan für die Betroffenen lösen, sondern sie selbst müssten sich hierzulande mit demokratischen Mitteln für eine Verbesserung ihrer Lebensumstände einsetzen. Daher, so Sofuoğlus Appell, „rufen wir alle deutschen Staatsbürger*innen türkischer Herkunft dazu auf, ihr Recht auf demokratische Teilhabe wahrzunehmen und am 24. September zur Wahl zu gehen.“  Anhand der von der TGD entwickelten integrationspolitischen Wahlprüfsteine kann sich jede*r interessierte Wähler*in darüber informieren, inwiefern Kandidat*innen und Parteien auch die Interessen von Migrant*innen vertreten.

Informationen zu den TGD-Wahlprüfsteinen: www.tgd.de

#Bundestagswahl #TGD #Gökaysofuoglu

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