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Peters Hörtipp: Ceren Gündoğdu ‚Kapalı Gözlerle’

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Ein neuer Stern aus Istanbul

Ceren Gündoğdu hat nach einigen Singles im letzten Jahr jetzt ein beeindruckendes Album herausgebracht.

Musikalisch auf hohem Niveau wird die Musik in den Streamingdiensten als Pop bezeichnet. Ausser auf ein Stück (Telefon) trifft das nicht zu, ich würde diese Musik eher als anspruchsvolle Unterhaltung, mit interssanter manchmal jazziger Stimme, bezeichnen.
Auch ihre musikalische Herkunft geht weit über Pop hinaus. Ihr Vater ist Zafer Gündoğdu, ein bekannter Saz-Virtuose, der immer wieder auch in Deutschland auftritt. Ihr Mann Volkan Coşar ist einer der führenden Trompeter der klassischen und Jazzmusik in Istanbul, der mit Kolektif Istanbul zusammenarbeitet und bei der Istanbuler Staatsoper spielt.

Auch auf der CD umgibt sich Ceren mit musikalischer Prominenz. Cihan Mürtezaoğlu ist einer der Produzenten des neuen Albums und bei manchen Liedern spielt er selber Gitarre. Der andere Produzent ist Arel Koray Nalbant. Aufgenommen wurde es in Istanbul in den Studios Pür und Babajim. Emre Nişancı, der in Berlin lebt, übernahm den Mix des Albums. Güven Ersoysal schließlich ist für das Mastering verantwortlich.
Ceren hat alle Stücke selber getextet und komponiert. Alle sieben Songs des Albums sind romantische, ruhige und tiefgreifende Songs.

Beim ersten Anhören hab ich mir gedacht, das hört sich doch gar nicht türkisch an, ausser ein Stück. Aber so ist es natürlich nicht. Die Musik in der Türkei ist ja nicht nur Saz und Ney und Darbuka. Je öfter ich mir die CD anhöre desto besser gefällt sie mir und desto türkischer wird sie für mich.

Anspieltipps:

Beklerim: Erinnert mich wahrscheinlich wegen dem Cello an Fikret Kiziloks Album Zaman Zaman, eine meiner vielen türkischen Lieblingsplatten.
Dert Bizim Kime Ne: Ja das ist das türkischte Stück, hier an der Bağlama Muhlis Berberoğlu, und nicht ihr Baba.
Seni: mein Favorit auf der CD. Hier kommt ihre Stimme besonders zur Geltung, echt cok güzel.

Hört euch die sieben Lieder dieses wunderschönen Albums selber an, gibt’s auf allen Streamingdiensten. Lohnt sich meiner Meinung wirklich.

Peter Friemelt

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