Ohne Emanzipation keine Integration

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Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, fordert die Errichtung eines Denkmals für die Emanzipation der Frauen in Deutschland, das die Vorkämpferinnen der Gleichberechtigung auf politischer Ebene würdigt. Darüber hinaus soll es den Flüchtlingen und Migranten aus anderen Kulturkreisen signalisieren, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Selbstbestimmung der Frau zu den Grundwerten unserer Gesellschaft gehören, die nicht verhandelbar und Grundlage jeder erfolgreichen Integration sind. Standort dafür sollte München oder Berlin sein.

„Wenn binnen kurzem Hunderttausende Menschen aus Kulturkreisen zu uns kommen, in denen ein grundsätzlich anderes Verständnis des Verhältnisses der Geschlechter zueinander und der Rolle der Frau in der Gesellschaft herrscht, dürfen wir das nicht einfach ignorieren. Dann brauchen wir eine klare Botschaft an alle, die zu uns kommen, dass die Selbstbestimmung und die Gleichberechtigung der Frau zu unseren Grundwerten gehören“, so der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. „Und das sollte man auch symbolisch deutlich machen, in einem würdigen Denkmal an einem prominenten öffentlichen Ort“.

Dabei möchte Neumeyer insbesondere auch die Persönlichkeiten ehren, die die Emanzipation in der Nachkriegszeit auf politischer Ebene vorangebracht haben. „Das wir heute seit elf Jahren eine Bundeskanzlerin haben und im tiefen Westen der Bundesrepublik drei Ministerpräsidentinnen regieren, wäre noch vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar gewesen. Aber wer weiß eigentlich heute noch, wer ihnen den Weg bereitet hat? Wem sind Elisabeth Schwarzhaupt als erste Bundesministerin, Mathilde Berghofer-Weichner als erste Staatsministerin und Annemarie Renger als erste Bundestagspräsidentin heute noch ein Begriff? Ich denke, es stünde uns allen an, deren Leistungen endlich einmal angemessen zu würdigen“.

 Dabei ist sich der Integrationsbeauftragte darüber im Klaren, dass sich die Gesellschaft durch die Zuwanderung infolge der Flüchtlingskrise wandeln wird. „Aber es liegt an uns, dass sie sich in die richtige Richtung verändert und wir nicht Errungenschaften relativieren, die über Jahrzehnte in den westlichen Gesellschaften erkämpft wurden. Integration gelingt eben nicht dadurch, dass wir uns bei kulturellen Unterschieden auf halbem Wege entgegenkommen, sondern indem wir klar definieren, was unsere Werte und Regeln sind und wie das Zusammenleben bei uns funktioniert. Und dazu könnte ein solches Denkmal einen wichtigen Beitrag leisten.“

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