„Wir werden nicht nach unten schauen!“

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Verschiedene türkische Vereine haben sich in München sowie in anderen deutschen Städten am Samstag (06.02.2021) zusammengeschlossen und eine Solidaritätskundgebung für die Studenten der Bogazici Universität organisiert.

Seit Anfang Januar protestieren die Studenten der Bogazici Universität gegen die Ernennung des neuen Rektors Melih Bulu und fordern seinen Rücktritt. Bulu ist der erste Rektor der Bogazici Universität, der nicht gewählt, sondern direkt durch den Präsidenten Erdogan ernannt wurde. Unter anderem kandidierte Melih Bulu für die AKP bei früheren Wahlen.

Nicht nur bei den Studenten stößt dieses Vorgehen auf Kritik. Viele andere türkischen Universitäten solidarisieren sich mit der Bogazici Universität und unterstützen sie bei ihren Protesten. In München haben sich nach Aufruf des Tokatlilar Kulturvereins weitere Vereine, wie CHP München, türkisch-alevitische Gemeinde und Bizimeller der Solidaritätskundgebung angeschlossen. 

Am Odeonsplatz kamen neben Vorträgen diverser Vereinsvorstände auch einige Boğaziçi Studenten zu Wort, die ebenfalls ihre Unterstützung deutlich machten. Auf vielen Plakaten konnte man Aufschriften wie „Freie Akademie“, „Boğaziçi direnişi“ (Bogazici Widerstand) und „Aşağı bakmayacağız“ (Wir werden nicht nach unten schauen) lesen.

Der Slogan „Wir werden nicht nach unten schauen“, hatte dabei die größte Bedeutung. In der Türkei wurden während der Proteste zahlreiche Studenten festgenommen. Ihnen wurde befohlen nach unten zu schauen, sie durften ihre Köpfe nicht heben. Als Gegenreaktion entstand daher der Slogan „ Aşağı bakmayacağız“.

Unter Einhaltung der Hygienevorschriften verlief die Versammlung in München sehr friedlich ab.

Text: Semra Taştan
Fotos: Ercan Tuna, Kadir Öztürk

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