CITRUS NORTH

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CITRUS NORTH heißt die frische Gruppenausstellung von Easy!upstream, dem 2015 in München gegründeten und mittlerweile überregional bekannten artist-run space. Die Ausstellung wird kuratiert von der Künstlerin Susi Gelb. Sie lädt acht KünstlerInnen ein, die sich individuelle Werk-Systeme, Überlebensstrategien und Kosmologien geschaffen haben.

Darunter Matt Mullican, der seit den 1970er Jahren ganz eigene Ordnungs- und Weltdeutungssysteme entwickelt, Vanessa Billy, die in ihren Arbeiten die Verbindung zwischen Mensch und Material hinterfrägt, Matias Faldbakken, der den Alltag mit radikalem Humor dekonstruiert, Niko Abramidis &NE, der Aktien für seine Kunst herausgibt, Bruno Gironcoli, der Meister des Rätselhaft-Monumentalen, Saskia Olde Wolbers, die in ihren Videos eigene ästhetische Welten generiert, Lena Henke, die die Geschichte der Bildhauerei mit persönlichen Erzählungen verschränkt, sowie Karin Sander, die in ihren Kitchen Pieces die Zutaten unserer Lebensrealität zu Kunstwerken erhöht.

All das bildet einen sensibel ausgewählten Kosmos, durch den die Künstlerin Susi Gelb ihre eigene Kosmologie reflektiert und erweitert. Die Ausstellung ist ein Ökosystem: utopische, spekulative und biomorphe Arbeiten formen eine fluide und surrealistische Landschaft, weit und immersiv zugleich. Susi Gelb interessiert sich für von Künstlern geschaffene Systeme und Gegenrealitäten. Die von ihr ausgewählten und in Bezug gesetzten Werke stammen aus entlegenen Gebieten und formen doch einen Kosmos.

Ein Ausgangspunkt für die Ausstellung CITRUS NORTH war ein Text aus dem Jahre 1922 über den Metaphysiker Giorgio de Chirico: „Ein Mannequin steuerte eine Maschine, die sich niemals irrte. Drei Orangen kreisten um sie herum und bewegten sich auf einer Umlaufbahn von vier Metern Durchmesser in zwei Minuten. In einer Ecke waren verschiedene Planeten, die ihre üblichen Rotationsbahnen zogen, und eine Art kleines Tier, das etwas von dem Charme einer Kröte hatte und der Form nach ein Zeisig hätte sein können, und das ohne Ruhepause von einem zum andern sprang. Nun hielt de Chirico ein und lächelte von neuem. Er hatte verstanden.“
(Benjamin Péret, ‚Chirico’, in Littérature, Nouvelle série, Nr.4, September 1922)

Easy!upstream ist ein Künstlerkollektiv, das 2015 in München gegründet wurde und wechselnde Orte mit zeitgenössischer Kunst bespielt.
Das Team von easy!upstream besteht aus den beiden Künstlern Susi Gelb und Niko Abramidis &NE und dem Künstler und Kulturjournalisten Quirin Brunnmeier.
Die Kuratorin Susi Gelb ist eine junge Künstlerin, die in München, Berlin und den Tropen lebt. Ihre multimedialen Installationen sind lebendige Settings, die die Natur als Medium begreifen und die bestehenden Klassifizierungen von Natürlich und Künstlich hinterfragen. Im Sommer 2017 verwandelte sie mit ihrem Projekt no such things grow here die Münchner Innenstadt in eine Biosphäre.

Künstler: Karin Sander, Vanessa Billy, Matias Faldbakken, Lena Henke, Matt Mullican, Niko Abramidis &NE, Saskia Olde Wolbers, Susi Gelb, Bruno Gironcoli

Zeitraum: 20.10.18 – 16.11.18 Ort Easy!upstream @ Schwabinger Tor Leopoldstraße 184, 80804 München
Öffnungszeiten Do – Sa 15-20 Uhr und nach Vereinbarung (info@easyupstream.com)
Eintritt frei (20.10. nur 15-19 Uhr / 19-2 Uhr Lange Nacht der Museen)

www.easyupstream.com

 

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