Dieter Reiter -Oberbürgermeister der Stadt München

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Dieter Reiter ist am 19. Mai 1958 in Rain am Lech geboren. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach München ist er 1960 umgezogen und ist in Sendling aufgewachsen. Am liebsten liest er Autobiographien und schwedische Krimis. Er reist auch gerne in den Norden. Er geht sehr gerne auf die Wiesn oder auf den Kocherlball. An seinen freien Tagen genießt er es ausgiebig zu frühstücken und an der Isar spazieren zu gehen, um anschließend sich im Biergarten auszuruhen. Er hört gerne Musik und spielt auch Gitarre. Reiter machte seinen Abschluss an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege Bayern als Diplomverwaltungswirt. Sein beruflicher Werdegang begann 1981 bei der Stadtkämmerei, danach wurde er zum Büroleiter und Pressesprecher dieses Amtes. Später wurde er Amtsleiter des Kassen und Steueramtes, anschließend stellv. Stadtkämmerer der LH München und seit April 2009 berufsmäßiges Stadtratsmitglied- Referent für Arbeit und Wirtschaft.

1. Die Ära Ude geht nach 24 Jahren zu Ende. Was wird sich nun ändern?
DR: Erst einmal hat Christian Ude und die Münchner Sozialdemokratie hervorragende Politik gemacht. München boomt, jedes Jahr ziehen viele Tausend Menschen nach München, weil die Stadt weltoffen, tolerant, wirtschaftlich stark und sozial im Gleichgewicht ist. Diese Politik will ich gerne fortsetzen. Damit München so erfolgreich und liebenswert bleibt, müssen wir auch eine Menge anpacken: Bezahlbare Wohnungen erhalten und neue bauen, mehr Kinderbetreuungsplätze schaffen, den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Große Herausforderungen die ich gerne annehme.

Wo liegen Ihre Kernkompetenzen?
DR: Ich kann gut mit Zahlen umgehen und weiß auch aus meiner Zeit in der Stadtkämmerei, was sich die Stadt leisten kann und was nicht. Ich werde die Finanzen fest im Griff haben und gleichzeitig neue Investitionen nicht scheuen. Und ich werde immer das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen – deshalb will ich auch eine regelmäßige Bürgersprechstunde im Rathaus einrichten und hören, was die Münchnerinnen und Münchner bewegt. Das ist auch im Wahlkampf für mich immer wichtig gewesen. Ich habe ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und kann es nicht leiden, wenn Menschen ausgegrenzt werden.

Welche Haltung haben Sie in der Verkehrspolitik?
DR: Für mich hat der Öffentliche Nahverkehr klar Priorität. Schon jetzt sind unsere Busse, U- und Tram-Bahnen so attraktiv, dass wir die Kapazitäten erhöhen müssen. Darin sehe ich die Chance, den Verkehr in Zukunft gut zu bewältigen: Die Menschen sollen freiwillig vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Und wir müssen ein stadtweites Radwegenetz planen. Wichtig ist mir im Alltag die Gleichberechtigung von Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Keiner soll gegen den anderen ausgespielt werden und ich werbe für gegenseitiges Verständnis.

Wie beurteilen Sie die Attraktivität Münchens für Unternehmen?
DR: Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn Sie schauen, welche Firmen sich in München zu Hause fühlen, welche allein in den letzten Jahren dazu gekommen sind. Doch das Erfolgsgeheimnis liegt nicht nur bei den großen Dax-Unternehmen, sondern in der sogenannten „Münchner Mischung“ aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen. Es waren übrigens die kleinen und Mittelständler, die uns gut durch die Krise gebracht haben. Mit dieser Mischung bleibt München auch weiter erfolgreich.

Was ist Münchens größtes Problem nach Ihrer Meinung?
DR: Das ist ganz eindeutig das Thema bezahlbare Wohnungen. Das habe ich auch auf meinen Stadtvierteltouren immer wieder gehört. Vor allem alte Menschen mit kleinen Renten, haben Angst, dass sie sich ihre Miete morgen nicht mehr leisten können. Junge Familien, die vergeblich bezahlbare Wohnungen suchen. Da muss die Stadt alle Hebel in Bewegung setzen – Wohnungsbaugenossenschaften fördern, Luxusumwandlungen verhindern, bezahlbare Wohnungen selbst bauen. Eine große Herausforderung, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen.

Was ist Ihr Motto?
DR: München ist meine Heimat, München ist eine der schönsten Städte der Welt: Weltoffen, tolerant, modern und traditionell – dass das so bleibt, dafür müssen wir viel tun!

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