Landkreistheater mit Integrationspreis: Das Theater an der Rott

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Seit 2013 bietet das Theater an der Rott  für alle Mitbürger und Mitbürgerinnen aus mehr als 30 verschiedenen Ländern ein Theaterangebot mit hoher Qualität, bei denen man sich aktiv auf und hinter der Bühne ehrenamtlich beteiligen kann.

Dafür wurde das Theater speziell für das Bürgerprojekt  mit dem „Integrationspreis der Regierung von Niederbayern“, für das Stück „Leute von hier und anderswo“ ausgezeichnet, bei dem neben Profischauspieler*innen und Bürger*innen der Region auch Asylbewerber gemeinsam auf der Bühne standen.

Das Theater an der Rot ist Deutschlands einzige Landkreistheater, erreicht über 30.000 Besucher jedes Jahr mit Produktionen in allen Bereichen und es bietet für jeden Geschmack etwas – von Schauspiel, Musical, Konzerte, Operette bis Oper und Tanz und auch Theater für junges Publikum. Sowohl im Theatergebäude in Eggenfelden als auch mit mobilen Stücken im ganzen Landkreis.

Das Theater und die Region

Im Landkreis Rottal-Inn leben Menschen aus mehr als dreißig verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Sie prägen mit ihren Lebensstilen die Vielfalt und das friedliche Miteinander. Das Theater an der Rott bietet daher nicht nur Vorstellungen für alle Bürger*innen der Region und ist Sprungbrett für junge Talente, sondern bietet in hohem Maße Projekte, bei denen man sich aktiv auf und hinter der Bühne ehrenamtlich beteiligen kann.

Zusatzprogramme zu aktuellen Produktionen („Der Fremde in uns“, u.a.), interkulturelle Veranstaltungen (Internationale Willkommensfeste) und Kooperationsprojekte sind fester Bestand der Migrationsarbeit am Theater an der Rott.  Interkulturelle Arbeit ist im Theater an der Rott nicht nur erwünscht sondern eine Notwendigkeit. Aufgrund der positiven Resonanz aus der Öffentlichkeit für interkulturelle Vorhaben soll Integration noch erweitert werden, sodass interessierte Mitbewohner ohne Einschränkung des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Hintergrunds gleichberechtigt an Kultur und Theater teilhaben können.

Integrationspreis des Bezirks Niederbayern 2017

Nach den beiden Preisen bei den Bayerischen Theatertagen 2016 in Regensburg (ZÜNDSTOFF 2016, Publikumspreis für die JUNGE HUNDE-Produktion „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“) ist es 2017 der „Integrationspreis der Regierung von Niederbayern“, der die erfolgreiche Arbeit des gesamten Teams im Bereich Integration krönt.

Das Theater an der Rott wurde nämlich für das Bürgerprojekt „Leute von hier und anderswo“ ausgezeichnet, bei dem neben Profischauspieler*innen und Bürger*innen der Region auch Asylbewerber gemeinsam auf der Bühne standen.

Geschichte des Theaters

Im Jahre 1963 wurde die erste Spielzeit eingeläutet, eine große Sache – denn zunächst waren die Räumlichkeiten als Mehrzweckhalle der angrenzenden Berufsschule gedacht. Der damalige Landrat Ludwig Ostermeier hatte jedoch Kultursinn und machte sich mit dem Architekten Otto Hofmeister daran, ein Theater zu erschaffen. Ein ziemlich großes Theater, 385 Plätze bietet der Zuschauerraum des großen Hauses heute. Doch damit nicht genug, denn mit dem Studio für kleinere Produktionen und 99 Sitzplätzen und dem Theatercafé mit 65 Sitzplätzen verfügt das Theater über zwei weitere Spielstätten im Haus. Und bespielt darüber hinaus auch externe Spielstätten wie das Theatron und den Rossstall in Gern und andere Orte im Landkreis, denn das Theater an der Rott ist ein Unikat: es ist Deutschlands einziges Landkreistheater. Das heißt: der Träger ist der Landkreis Rottal-Inn, von dem der Großteil der Zuschüsse kommt.

Geführt wurde das Haus bisher von fünf Intendanten: Der leider vor Kurzem verstorbene Adi Fischer brachte das Haus durch unglaubliche 34 Spielzeiten. Im Jahr 1997 kam Peter Nüesch, zehn Jahre später folgte Mario Eick. Von 2012 bis 2015 war Dr. Karl M. Sibelius Intendant und im Sommer 2015 hat Dr. Uwe Lohr diesen verantwortungsvollen Posten übernommen.

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