RAMADAN

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Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und der Fastenmonat. Der Mondkalender ist 11- 12 Tage kürzer als der uns bekannte Kalender. Daher fängt Ramadan jedes Jahr unterschiedlich an und ca. alle 32 Jahre fällt es auf den gleichen Tag.
Das Fasten gehört zu den wichtigsten religiösen Pflichten der Muslime. Die Bedeutung des Begriffes „imsak“ heißt „ruhen“ bzw. „sich enthalten“. Der Muslim soll während der Fastenzeit, von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, sich von einigen Bereichen des täglichen Lebens enthalten; wie Speisen, Getränke, Rauchen und Geschlechtsverkehr.
Fasten darf jeder, der geistig und körperlich dazu imstande ist. Schwangere, Kranke oder Kinder sind nicht verpflichtet zu fasten. Für diejenigen, wie Schwangere, Kranke oder Reisende, gelten nach Wegfall der Gründe, die Tage an denen sie nicht fasten konnten, nachzuholen. Für jene, die gar nicht fasten können, dient die Speisung an Arme als Ablösung. Im Koran steht „Gott will es euch leicht machen, nicht schwer“.
Ziel des Fastens ist Dankbarkeit zu erkennen und die Gaben, die man besitzt, zu schätzen. Das Enthalten bezieht sich auch darauf, sich an ethisch-moralische Grundsätze zu halten.
Zur Entstehung geht aus dem Koran hervor, dass der Monat Ramadan, der Monat ist, in dem der Koran erstmals als Rechtsleitung für die Menschen herabgesandt wurde und die einzelnen Verse als klare Beweise der Rechtsleitung und der Rettung dienen.
Mit dem Beginn des Monats Sevval feiert man das Fastenbrechen. Uns vielen, ist das als das Zuckerfest bekannt. Bis dahin sollten auch die pflichtmäßigen Spenden, die Almosensteuer des Fastenbrechens an Bedürftige entrichtet werden.
Das Zuckerfest wird drei Tage lang gefeiert. Das Zuckerfest und das Opferfest, welches am 10.Tag des Pilgerfahrtmonats gefeiert wird, sind die wichtigsten islamischen Feiertage.

Wie sieht der Alltag während der Fastenzeit in der Türkei aus?
Kurz vor dem Sonnenuntergang vermehren sich die Menschenschlangen vor den Bäckereien, den ein „Iftar-Essen“ ohne eine ofenfrische „Pide“ ist unmöglich. „Iftar“ ist das Abendessen, das man im Ramadan zum Fastenende isst. Meistens findet zu „Iftar“ ein geselliges Essen mit Familie oder Freunden statt. Traditionell wird der Zeitpunkt des Fastenbrechens durch einen Kanonenschuss bekannt gegeben. Wichtig beim Fastenbrechen ist, dass das Erste was man zu sich nimmt, nicht „durch das Feuer gegangen“ ist, sprich wie Wasser, Olive oder Dattel. Zu Ramadan werden spezielle Speisen, sowie Getränke zubereitet, die besonders für diese Zeit sind.

Außerdem werden in vielen Gemeinden der Türkei große „Iftar-Essen“ an Bedürftige gegeben, als Sponsor die Gemeinde selbst oder Spenden von großzügigen Mitmenschen.

Eine weitere Tradition, die ihren Ursprung im Osmanischen Reich hat, ist die Ramadan- Trommel. Dadurch werden viele zum „Sahur-Essen“ aufgeweckt. „Sahur“ ist die letzte Mahlzeit, die man vor der Morgendämmerung zu sich nehmen kann. Jeden Tag rezitieren die Trommler verschiedene Gedichte begleitet von der Trommel, um die Menschen zu benachrichtigen, dass die letzte Stunde vor dem Sonnenaufgang begonnen hat, wo noch gegessen werden darf. Dabei handelt es sich hier, wie schon erwähnt, um eine sehr alte Tradition, als Menschen keinen Wecker hatten und auf die Ramadan-Trommel angewiesen waren. Mittlerweile empfinden manche es als eine Lärmbelästigung, jedoch überwiegt das Interesse an der Tradition und die Anerkennung der Weiterführung. Am Ende des Ramadan gehen die Trommler von Haus zu Haus, um „Bakschisch“ für ihre Dienste zu erhalten.

Text: Aslı Saygı

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